Hustschniefbremsen und andere Kalimitäten – Pandemiejournal Tag 26

Meine Altbaudeckenhöhe hatte sich auf gefühlte 165 Zentimeter verringert. Da traf es sich gut, daß ich einkaufen mußte – ich kann mich wochenlang einigeln, aber ohne Katzenstreu bin ich aufgeschmissen. Online geordert war sie, aber die Lieferfristen sind etwas länger als sonst.
Was mir auffiel: Nur Penny verhält sich in Sachen Viruseindämmung vorbildlich – per Einkaufswagenverteilung nie mehr als 10 Kunden im Laden, ein Mitarbeiter, Handschuhe & Maske tragend, abgestellt um jeweils die Griffe der Wagen zu desinfizieren, überall 1,5m-Markierungen auf dem Boden, hohe Plexiglaswände vor den Kassenboxen, volle Regale.
Nicht so toll beim Lidl. Zwar auch hier ein Mitarbeiter, der Griffe desinfiziert, aber etwas seltsam: Wagen nehmen, reingehen, dann abgefangen werden: Desinfekt auf die Hände und abwischen des Wagengriffs. Vor allem aber: Viel zu voll! Einhaltung des Sicherheitsabstandes oft unmöglich.

Stressfaktor in jedem Laden: Vorrangig Leute zwischen 20 und 35. Mindestsabstand? Was ist das? Laut sprechen auf Distanz – mir doch egal, wenn die Tröpfchen nur so fliegen. Und natürlich fasse ich 600 Sachen an und lege sie dann wieder zurück. Hergott nochmal. Es muß schon schwer sein, den Schuß zu hören und nicht nur ich-mein-mir-mich-ich zu denken … (Das jüngste Todesopfer der Pandemie war 28 Jahre alt, keine Voerkrankungen bekannt. Man rätselt noch.)

Lustiges Maskenphoto

In the meantime häufen sich die Bitten aus dem Freundeskreis ihnen Behelfsmasken zu nähen. Ich kann die Dinger schon nicht mehr sehen, betrachte sie aber als sinnvoll. Ich selbst trage sie im Freien nicht, aber auf jeden Fall lege ich sie an bevor ich einen Laden betrete. Und bin zu meinem Leidwesen oft die Einzige damit. Dabei wäre es so schön: Wenn jeder die Maske trüge um die anderen zu schützen, wären alle besser geschützt. Schlichte Logik.
Heute brachte ich 7 von 10 der versprochenen Behelfsmasken in einen Pennymarkt, und war fast beschämt darüber wie sehr man sich dort darüber freute. Ich habe kein Gummiband mehr – Markt leer gefegt – doch wenn ich wieder welches habe, mache ich sicher noch ein paar. Ein lustiges Photo schickte mir meine Freundin aus Köln, die täglich ihre Eltern besucht um sie zu unterstützen. Beide Eltern sind in der Hochrisikogruppe.

Werdet nicht panisch, aber nehmt dieses Mistvieh ernst, bitte.

2 Kommentare

  1. Irgendwo hab ich noch Gummiband. Bin mir allerdings nicht sicher, wie waschbar der ist. Ich geh mal auf die Suche. Und wenn ich ihn gefunden habe, melde ich mich.

    1. Sonntag bringt mir die Freundin noch welches, hat also keine Eile. Nichtsdesto freue ich mich über jeden Meter. – Dabei macht mir das Nähen der ‘Gutemine’ eher keine Freude. Doch wird die Nachfrage steigen, selbst wenn ich nur für Freunde nähe.

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