Innenrevision und Angstgegner – Pandemiejournal Tag 55

Hat hier jemand ‘Zen and the Art of Motorcycle Maintenance’ gelesen? Ich mußte dieser Tage oft daran denken. Die westliche Art das Problem des Raumes zwischen Kleiderschrank und Decke zu lösen (bisher Schmuckkartons, die mir den Raum zu unruhig machten) wäre die Anschaffung von Aufsatzschränken gewesen. Das hätte ich auch getan, wenn ich einen Anbieter gefunden hätte, der mir beide Schränke hätte schicken können, den 2er und den 3er. Dem war aber – bisher – nicht so.
Ich überlegte sehr lange, wie eine Verblendung dieses Raumes möglich wäre, möglichst ohne Bohren (unglaublich schwierig in dieser Altbaudecke, Erfahrungswert), eine Vorhanglösung fiel also aus.
Letztlich entschied ich auf eine Bespannung. Hey, da hatte ich mir ein Ei gelegt – eine Bahn von 3,40m, 84cm hoch, und diesmal extrem wichtig: pielgerade. Ich hatte zu tun, das zu nähen war nicht wirklich lustig… Die Stellprobe enthüllte: Die Sache auf Spannung zu bekommen würde nicht einfach werden; das reine Gewicht des Stoffes sorgte für einen unschönen Hänger in der Mitte. Glücklicherweise hatte ich vier Spannstangen – nur wie den Stoff dort fixieren, auf Rundrohren? Die Lösung bestand aus weiß bezogenem Draht und ganz ordinären Gummiringen – Stoff mit der Drahtschlinge durchstechen, diese zudrehen. Vorher Gummiringe um die Spannstange wickeln. Die Gummiringe dienen als Stopper für die Drahtbefestigung. Kostenpunkt der ganzen Sache: unter 20 Euro, Arbeitszeit nicht gerechnet. Den Stoff hatte ich im Bestand (irgendwann diese Vorhänge gebraucht erworben und schnell ausgesondert, weil es nicht lustig ist quadratmeterweise eher schweren Baumwollstoff nach jeder Wäsche zu bügeln), die Stangen kamen auf besagte knapp 20 Euro.
Ich bin selbst überrascht wie wenig provisorisch diese Lösung nun aussieht. Möglicherweise wird dies eine jener Überbrückungslösungen, die endlos Bestand haben. Bin mit der Wirkung einverstanden – das war es, was ich erreichen wollte: eine homogen wirkende Fläche. Auch abnehmen und waschen ist bei dieser Konstruktion kein Höllenakt.
Wenig begeistert: Die Katzen. Die morgendlichen wilden Jagden dort oben sind nun wohl Geschichte – aber auch das wird man sehen. Prinzipiell ist es schon möglich hinter die Stoffbahn zu kommen. Ich bin gespannt …

(Die Bildqualität bitte ich zu verzeihen. Für gleiche Lichtverhältnisse und Perspektive fehlt mitunter die Zeit und/oder die Geduld)

Auch das Kitchenrail hängt nun und gefällt mir so. Wenn ich mit dem ganzen Brass hier durch bin, werde ich mal einen Vorher-Nachher Eintrag schreiben. Und der zu verlegende Küchenboden ist noch immer nicht bei mir eingetroffen. Es bleibt spannend.

Zum bösen C habe ich heute nichts zu senden. Sollen sie lockern bis zu Idiotie, ich werde einfach bis auf Weiteres nicht mitspielen.

2 Kommentare

    1. Danke für die Blumen. Ich gebe allerdings zu, daß sich nicht jede Idee, die ich habe, gelungen umsetzen läßt. Manchmal liegen Welten zwischen Vorstellung und Ergebnis. Diesmal hatte ich Glück.

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