Und weiter geht’s – Pandemiejournal Tag 50

Anne Will in der Nacht ist eine blöde Idee. Laschet mit seinem üblen Halbwissen, die Moderatorin mit Fragen, die alles sind, nur nicht zielführend. Und die idiotische Annahme, man könne Versammlungen von, sagen wir, mehr als hundert Leuten mit einem ausgeklügelten Hygiene- und Abstandskonzept in Schach halten. Mann, Mann, Mann! – Soziologie oder Psychologie der Gruppendynamik, bestenfalls zweites Semester. In Short: Leute, das klappt nicht. Das kann nicht klappen! Und diese verdammte Fußballdiskussion. Eye, wir haben (bis dato) nicht genug Material- und Laborkapazitäten um flächendeckend zu testen, aber die Herren Fußballer sollen in fünfstelligen Zahlen allle Tage getestet werden? Habt ihr sie noch alle?
Jetzt habe ich Puls und schlafe wieder nicht vor Vier. Grmpf.

Auch: Man kann wirklich nur abtauchen und den Mitmenschen bis auf Weiteres meiden. Vernunft wird offenbar nicht freigiebig verteilt. Maskentragende Menschen rücken dir auf die Pelle … Seufz. Können die alle nicht lesen, nicht denken, nicht logisch sein?
Heißt mich arrogant, aber ich verzweifle am Informationsstand und der Ignoranz in weiten Teilen der Bevölkerung.

By the way: Meiner Ma ging es ein paar Tage im April richtig schlecht, inzwischen vorbei. Für Mitte Juni ist nun ein Corona-Test vereinbart. Ich bin immens gespannt, ob sie Antikörper hat. Wäre schon klasse, denn dann wäre sie wenigstens für ein paar Wochen außer Gefahr und ich könnte es vielleicht wagen zu ihr zu fahren … Ich bin sehr glücklich über ihren klugen, besonnenen und empathischen Hausarzt. Wenigstens weiß ich sie in guten Händen. Wie immer in diesen Zeiten: Informationsstand up to date halten, auf Sicht fliegen. Wir werden sehen.

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Heute ein recht guter Tag, wenn auch weit von jedem Tag ‘vor Corona’. Wieder ein ‘Rasentreffen’ mit Kaffee mit einer Bekannten. Ich kann das nur empfehlen. Auch wenn man anderthalb Meter auseinander sitzt, ist das um Klassen runder und besser als jede Skype-Session oder Videokonferenz.

Noch ein seltsamer Effekt der Pandemie: Man gewöhnt sich sehr daran Besorgungen online zu regeln – nur nachrechnen muß man dauernd. Wenn man nicht bereit ist viel Zeit in Recherchen zu investieren, explodieren die Kosten lässig um 25 bis 30%. Für die Katzenfutterlieferung – und ab und an mal Streu – gibt es nun ein Sparabo bis auf Weiteres.
Seit Tagen warte ich auf die Anlieferung des neuen Küchenbodens (Gerundiv: zu verlegender), allein: er kommt nicht. Geordert am 18. versprochen für den 25. und nun zwar im GLS-System eingelesen, aber noch immer nicht physisch auf dem Weg. Fühle mich ein wenig wie bei ‘Warten auf Godot’. Ich würde ja nun den Flur auseinanderbauen, damit ich ihn neu streichen kann, doch bin ich an die Anwesenheit von Mr. Murphy gewöhnt – fange ich damit an, kommt sicherlich der Boden und der ganze schöne Ablaufplan ist im Eimer.

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Heute also die kleine Runde – mit meinem aktuellen Teppich bin ich nicht sehr glücklich, also heute nochmal mit Teppichreiniger eingesprüht und dann mit dem Dampfbesen drübergegangen. Sieht nun besser aus, aber gut bleibt anders.

Mit Glück kommt morgen die Edelstahlstange für das neue Kitchen Rail (Küchenschiene?), dann mache ich an der Front weiter – die alten Klebehaken bzw. Klebstoffreste zu entfernen, wird sicher nicht einfach werden. Vor der Verblendungslösung zwischen Schrank und Decke scheue ich noch zurück. Die Stangen sind da, doch die Bahn zu nähen – auf 3,40m – ist ein anderes Ding. Wird das so, wie ich es haben will? Bin unsicher. Mal sehen, wann ich die Angst des Torwarts vorm Elfmeter in den Griff kriege …
Eine Wand am Balkon muß ich neu streichen – die weißen Schlieren kriege ich anders nicht weg. Keine Idee wie die überhaupt zu Stande kamen.
Drei von sechs Duftgeranien kamen in nahezu zerstörten Zustand hier an. Es zeichnet sich ab, daß sie ein- statt angehen werden. Ich warte noch immer auf Antwort auf meine Reklamation ….

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Habe ein Wort für die gegenwärtige Lebenslage gefunden – Stichwort: Rückzug ins Idyll und ins Private – Coronabiedermeier. :)