Stehaufmännchen – Pandemiejournal Tag 37

Heute ein ganz anderer Tag. Ich helfe einem guten Bekannten, den ich sehr schätze, mit seiner Website. Er lobt meine ruhige Art beim Erklären, sagt sogar, ich sei ihm da schon länger ein Vorbild (Huch. Ich wußte gar nicht, was ich dazu sagen sollte…) Ich freue mich!
Eine halbe Stunde nach unserem ausführlichen Gespräch macht es Ping in meinem Postfach. PP teilt mir mit, man habe mir 10 Euro geschickt. Bemerkung dazu: »Kaffee & Kuchen. Vielen Dank!« Das wäre nun ehrlich nicht nötig gewesen, ist aber eine wunderschöne Geste, herzwarm und herzerwärmend.

Im gestern erwähnten Konflikt bahnt sich eine Lösung an, mit der die Partnerin und ich gut werden leben können. Meine Pflegeverträge halten mich leidlich über Wasser, demnächst werde ich beginnen können Online-Kurse anzubieten – wobei sich der Kampf mit diverser Software unbedingt als Herausforderung präsentiert (und ich meine Friseurin schmerzlich vermisse. Sehe in den Videokonferenzen aus wie ein Straßenbesen)
Eine Freundin bringt meine Persönlichkeit heute in zwei humorigen Sätzen unter »Manchmal kommst du mir vor als habest du die Resilienz erfunden. Vielleicht bist du aber auch nie aus der Pubertät heraus gekommen: ‘Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt.’« – Nur mit Menschen, die man Jahrzehnte kennt, kann man solche Scherze machen.

Gespräche mit der Familie sind angesichts der seltsamen Lebenslagen bei allen Beteiligten erstaunlich entspannt und fröhlich. Ich freue mich auf den Tag, an dem ich sie wieder besuchen kann ohne die Furcht ihnen Pest & Cholera in die Bude zu tragen.

Insgesamt bin und bleibe ich ein bis auf die Knochen positiver Mensch (Rückschläge inklusive) mit britischer Grundhaltung: This, too, will pass. (Von den Lockerungen der Ausgangs- und Öffnungsbeschränkungen ab Montag, bzw. ab 5. Mai halte ich allerdings gar nichts! Wir sind jetzt auf R0<1, wenn wir noch zwei Wochen so aushalten könnten, wäre das viel besser.) Ansonsten: Man könnte das Pandemiejournal, was meine Texte angeht, auch umbenennen in Putz- und Räumjournal. Nichts bleibt verschont hier. Heute alle Bilder in meiner Wohnung gereinigt, den Waldmeister und die Stockrose eingetopft, den Ruheraum grundgereinigt (lag nahe nach dem Streichen), und in der Küche für ein blitzblankes aufgeräumtes Gewürzregal gesorgt (sieht aus wie neu), massenhaft Fensterrahmen abgeseift, frisch gewaschene Haie wieder aufgehängt (ja, rätselt ihr nur!), und neue Katzentoiletten eingerichtet, nachdem sich die anderen als zu klein erwiesen hatten.

Drachenzähne – fünf Punkte auf der Liste abgehakt, und zack! da sind schon wieder neue. Der übliche Ausruf in diesen Tagen ist – zu meiner eigenen Verblüffung – »Ich komm’ einfach zu nix.« Beschäftigter war ich jedenfalls noch nie.

Die aktuelle Liste (privater Teil):

  • Flur streichen
  • Katzennetz neu aufbauen
  • Boden in Koch- und Nähwerkstatt verlegen
  • Kommode ölen ✔
  • Drei Zwei Nähprojekte zu Ende bringen
  • Rolladenkasten im Schlafzimmer neu lackieren
  • Sonnenblenden in Ordnung bringen
  • Balkonkratzbaum aufhübschen

Langeweile? Kenne ich nicht.
[Ihr wundert euch über das Beitragsbild? – Ich wirble, Merlin ruht sich für mich aus.]

9 Kommentare

  1. Für das Waschen und Aufhängen der Haie möchte ich Sie gleich mal besonders loben. Überhaupt ist Ihre Tatkraft bewundernswert, was Sie alles in kurzer Zeit schaffen. Es scheint Ihnen leicht von der Hand zu gehen.

    1. Wissen Sie, wenn man wochenlang in der Wohnung sitzt – und liebe meine, wie Sie wissen – dann fallen einem tausend Kleinigkeiten auf, die eigentlich schon lange störten. Ich bin einfach der Typ, der sowas dann angeht, eins nach dem anderen. Dabei ist es zwar Arbeit (nach physikalischer Definition – Leistung x Zeit), aber es fühlt sich nicht nach Mühe an. Vor allem weil die Ergebnisse so schön unmittelbar sind – und meistens wie gewünscht ausfallen 🙂

    1. Radio Eriwan sagt: Im Prinzip ja. Nur sehe ich mit der schwarzrahmigen Computerbrille in dieser Kombination aus wie eine gestrenge Oberlehrerin, ein Eindruck, den ich lieber vermeiden möchte 🙂

        1. Absolut. Die slawischen Wangenknochen – da mach man nix dran. Aber ich denke, meine Klienten werden es überleben – die sehen nämlich auch nicht frisierter aus. Grins.

  2. Zu Online – Seminaren habe ich heute folgendes Meme gesehen: Wenn man bei “Webinar” das “b” um zwei Stellen verschiebt, dann geht es eigentlich.. :-D
    Natürlich wünsche ich dir dabei viel Erfolg. Bin ja gar nicht so.

    Das mit der Kommode fand ich sehr überzeugend!

    1. Habe ich auch gesehen, grinsend. – Wie sagt man in Köln: Man muß ooch jönne könne.
      Die Kommode sieht aus wie neu. Hätte ich viel eher so machen sollen.

  3. Jo, wirkt ähnlich (ich komme grad über den Link bei mir hierhin), bloß wesentlich planvoller. 😃
    Und leiderleider: bis bei uns die ganze Wohnung blitzt (und auch noch incl. Böden und Wänden, es ist nicht zu fassen!!) müsste es 1.ein Lockdown geben, von dem auch wir beide betroffen sind (möge es nie geschehen!!!) und 2. müsste das dann mindestens ein Jahr dauern. Denn wir sind beide nicht do tatkräftig UND da ist ja noch der Garten…..

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