Isolation

A mellow dew
Come morning will shine
And the sun wakens the meadow
Gives us moments of delight
Makes a cruel world seem alright
A graceful day
The crowds they heave and flow
You can hear the engines running
The world is changing rapidly
Into much uncertainty
When darkness falls we venture out into the night
And realize our dreams and shed our human plight
And so the night
Moves lightly o’er the ground
Little stars like blinking eyes look down
Are they watching over us?
Teaching us to love and trust
When darkness falls we venture out into the night
And realize our dreams and shed our human plight
Echoes hammering constructing the conceits of men
Unfolding, always growing, it will never end
You have to see the world as one connected whole
If we think separation that’s when greed takes hold
(Ásgeir – Pictures)

Immer wieder: Musik.
Dieser Text ist wie für diese wilde stille Zeit geschrieben …

Ich hatte erwartet, daß ich mit den Restriktionen wenig Schwierigkeiten haben würde – bin daran gewöhnt allein vor mich hin zu arbeiten, und treffe Freunde, gehe essen mit dem liebsten P, treibe mich auf Märkten herum, subsumma nicht mehr als vier Dinge dieser Art im Monat, oft weniger – doch es ist nicht so. Ich habe zu tun wie wahnsinnig, aber genau so fühle ich mich auch: wahnsinnig geblockt und beschränkt.

Okay. Wer kaum rausgehen soll, geht woanders hin: In sich.
Ich fand: Nicht tun ist eine Sache. Nicht tun dürfen ist eine ganz andere. Heute wäre ich glücklich mich in einer Zusammenrottung – vulgo: Party – von lauter Leuten aufzuhalten, mit denen mich wenig verbindet. Lachen, leben, beobachten – und ein oder anderen in den Arm nehmen dürfen! Meine Daseinsvariante – Introvert reinsten Wassers – stößt hier an Grenzen.
Wie gern würde ich es jetzt wieder erleben, daß mir die Ohren klirren von den vielen Gesprächen, die ich nicht filtern kann. Wie gern würde ich ihn wieder fühlen, diesen input overflow.

Ihr fehlt mir!

Nie habe ich mehr geredet als in diesen Zeiten – die Mutter, der Bruder, alle Freunde. Auch die Messenger laufen heiß. Frei nach Ringelnatz eine ‘Hilfskonstruktion’ – nicht mehr, nicht weniger als das.
Rasende Sehnsucht nach dem Stoffmarkt, nach dem Ärger über die vielen rücksichtslosen Frauen mit Trolleys, nach den lustigen Gesprächen mit den Gemüsehändlern, nach Gedränge und Geschiebe.

Da ich erkältet war, bin ich nun in Tag 17 der Isolation. Meine Wohnung ist eine Baustelle, an zu tuendem gibt es keinen Mangel – im Gegenteil: Ich rotiere. Und bin doch zutiefst unglücklich: Siehe oben – ihr fehlt mir so!

Wie werdet ihr damit fertig?