Mixed September

»Du bist nicht zu retten.« schreibt der Freund. Wovor? Vor mir selbst? Zugegebenermaßen nicht einfach. Doch ist meine Zielorientierung nicht zu unterschätzen, bitte. Ein Erkenntnisgewinn der letzten Wochen: Wo sind die Grenzen und warum sind sie genau dort. Auch: Was ich in mir vorher nicht verstand, verstehe ich nun endlich. Insofern weit weniger Grund zur Sorge, Freunde, als es sie es sie in den letzten Jahren gegeben hätte.

Perfekt ist sicher anders, aber wann hätte man das je erreicht? In meinem Leben kam es bisher bestenfalls tageweise vor.

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Gerade fühlt sich das Leben an wie zu heiß gewaschen – es wird immer kleiner wie die Wolle im Trockner. Coronakrass. Ein unfassbares Gefühl – wie 24/7 gegen den Strich gebürstet werden. Einfach fies. Reisesehnsüchte, Tanzsehnsüchte, Vögelsehnsüchte. Geduld nicht ohne Grund eine Kardinalstugend, anstrengend, bisweilen schmerzhaft. Doch hier habe ich keine Wahl. Die normative Kraft des Faktischen ist so groß, daß jeder Widerstand nur ein Laufen gegen Wände ist. Ich habe anderes vor als meine Energien in Sinnlosigkeiten zu verbrennen. Atmen, aushalten, warten, dieweil weiterhin so etwas wie ein Leben haben. Muß gehen. Mangels Alternativen.
Wann immer das vorbei ist, werde ich regelrecht in Aktivitäten explodieren, ungeachtet meiner vielen Lebensjahre.

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Was das Photo von Merlin mit alldem zu tun hat? Vordergründig nichts. Und dann aber doch – von Katzen kann man gut lernen wie Leben im Augenblick funktioniert.