Bloody Monday

Der Tag fängt spät an, weil die Nacht mit Schlaf geizte, und er glänzt mit Slapstickqualitäten.
Merlin trommelt mich stellvertretend für Drei aus dem Schlaf – die Tiere haben Hunger, ich füttere erst einmal. Während der Kaffee durchläuft, habe ich zu tun: Jemand hat mir Bezoare auf den Teppich gespien, die Katzenbox hinterm Schreibtisch hat man gleich umgeworfen. Grmbl.
Also zunächst Reinigungsarbeiten, statt Frühstück. Okay, dann mache ich auch gleich das Bett und mache im Meereszimmer die Fenster auf …. Verflixt! Der Teppich ist nass und riecht nicht nach Rosen. Leo mußte offenbar den starken Mann markieren. Ergo der nächste Akt: Teppich ins Bad schlören und auswaschen, danach mit Enzym behandelt und auf den Balkon zum Trocknen verbringen.
Jetzt aber Frühstück!

Denkste! Telefon klingelt, Klientin sagt »Mein Blog ist weg, kannste mal gucken?« Mir fährt es heiß in die Glieder – habe ich gestern eine Datenbank nach dev/0 geschickt, die ich nicht dorthin hätte schicken sollen? Ich bin in der Arbeit sehr sorgsam, derlei passiert mir nicht. Dennoch weiß ich: Mensch macht Fehler, und mir geht der Puls nach oben. Stürze also an den Computer, logge mich ein – Bastet sei Dank! Wo immer die Fehlerstelle liegt, ich habe sie nicht verursacht. Alles ist am richtigen Platz. Ich schaue mir, noch immer im Nachtgewand, eine Config-Datei an. Total zerbombt. Warum, wird man nie erfahren – die Geheimnisse der Cron Jobs bei Providern. Ich lege das Ding neu an, Blog läuft wieder.

Jetzt aber: Frühstück! Eine halbe Tasse Kaffee und ein Toast sind mir vergönnt, dann kommt die nächste Anfrage: Ein Klient hat Stress mit Bots und Bounces. Auch das kann ich zügig erklären bzw. lösen. Während ich telefoniere kriegt Merlin seine bekloppten fünf Minuten und holt mir eines der Diarien von der Wand im Flur. Ich verleime die Kiste neu, räume sie wieder ein, schlage einen neuen Nagel ein, hänge das Ding wieder auf.

Es ist ein Punkt erreicht, an dem ich kreischend um die Lampe fliegen möchte. Lache stattdessen.

Nun endlich duschen, zähneputzen, anziehen. Tja, haste dir gedacht! Ich habe Schaum in den Haaren und bin klatschnass, als es klingelt. Ich weiß, das ist die Lieferung, auf die ich seit Tagen warte. Großes Handtuch um mich, kleines Handtuch um die schaumigen Haare, Paket annnehmen. Dann zu Ende duschen usw. Halleluja! Anziehen! Es ist inzwischen fast 17 Uhr.
Jetzt reicht es aber echt erstmal – ein halbe Stunde Pause ohne Telefon beim Manne. Als ich ins Büro zurückkehre, habe ich drei Dinge auf dem AB, um die ich mich kümmern muß, was ich tue.
Danach, beim Abhängen der Duschvorhänge, zerbrechen mir zwei der Ringe – ich sag’s ja: Montage!
Schmeiße die Vorhänge zu dem anderen Kram in die Waschmaschine, starte selbige, krauche in den Keller um Ersatzringe zu holen. Hänge später die Wäsche auf und die Duschvorhänge wieder an, dann ist es auch schon Zeit für die Abendfütterung der Raubtiere.

19:45h – wenigstens kann ich gut essen ohne zu kochen. Habe noch Auflauf und Salatsoße, es gibt also stressfrei ein Abendessen mit Hauptgericht und Feldsalat. Den geschädigten Teppich muß ich leider noch einmal behandeln, schiebe also den Dampfreiniger um 20:30 h.
Mit dem Wildkatzer im Arm schlafe ich auf dem Sofa ein. Gegen 1:00h am Morgen wache ich wieder auf und bin mehr als ungewünscht glockenwach.

Bei aller Liebe, aber solche Tage brauche ich nicht in Serie.