Theoretischer Sonntag

Ein freundlicher, ruhiger Morgen, Frühstück in der Sonne, aber so richtig stabil will das Wetter nicht werden. Auch wirklich heiß ist es nicht. Dann werde ich mir den neuen See wohl an einem anderen Tag ansehen.

Passt schon, denn die erste Stunde nach dem Frühstück verbringe ich mit einem zickigen Computer: aus mir schleierhaftem Grund stellt sich der Updatedienst als inaktiv heraus. Kommandozeilenturnen, Neustart und dann erst mal ein halbes Dutzend Updates abfahren lassen, danach Virenscan.

Das kann der ohne mich, suche mir also ein Schnittmuster heraus und will den Stoff dazu holen, da muß ich leider sehen: Jemand hat sich urinierend auf beiden Kopfkissen verewigt. Ach, verdammt! Also wieder mal ein Biodor-Sonntag. [Biodor: Enzymreiniger] Kissen, Bezüge, Laken mit eben diesem in die Waschmaschine. Dann auf den Boden, Zweitkissen holen. Dabei stelle ich breit grinsend fest: Da hängt das lang vermisste Federbett, aus gleichem Grund gewaschen vor beinahe einem Jahr. Hatte das Ding gar nicht mehr auf dem Schirm.
Kissen usw. landen auf dem Wäscheständer, die Bezüge nicht – ich bügle sie trocken und ziehe sie auf die Zweitkissen auf, wie immer rätselnd: Wer von ihnen war es? Und warum?

Einen Hinweis bekomme ich dann anderthalb Stunden später: Katerchen kämpft erkennbar mit der Massenabfuhr (auch Katzen haben mal Verstopfung) und putzt sich anschließend den Hintern am nächstbesten Teppich … Hurra, Reinigungstour, die Zweite …

Es mag sein, daß er die Katzentoilette für das Problem verantwortlich machte, und deshalb den nassen Teil auf die Kopfkissen gebracht hat. Ist aber nur eine Vermutung. Eben weil es nur ein ‘educated guess’ ist, sage ich die Verabredung mit einer Bekannten für den frühen Abend ab. Stattdessen werde ich meinen Kater im Auge behalten, und aufs Heftigste hoffen, daß er demnächst wieder – störungsfrei, bitte – pieseln geht. Den Harnverschlag im Mai habe ich noch in lebhafter Erinnerung. Gefressen hat er aber gut, spielfreudig ist er, und auch Bauchkraulen ist gar kein Problem. Bin also verhalten optimistisch (und habe Anfahrtsweg und Adresse der Kleintierklinik griffbereit. Pfadfindermotto.)

Ob ich jetzt den Zuschnitt noch anfange? …

[Nachtrag: Nächtliches gewaltiges Pieseln, PH auf 6,4. Es ist also weder mit einem Harnverschlag noch mit einem Nierenproblem zu rechnen. Puuuuh. Erleichterung ist groß.]

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