Den neuen Nachbarn habe ich Unrecht getan. Sie haben durchaus versucht sich vorzustellen, trafen aber niemanden zu Hause an, mich schließlich gestern. Wir haben einen spontanen Kaffee miteinander getrunken, der sich dann ganz entspannt ziemlich lange hinzog, dem Zeitdruck zum Trotz. Medizinstudenten im Doppelstress – zwei Wohnungen auflösen, eine einrichten, und nächste Woche geht das Semester wieder los. Sie sind klug, erfrischend gradlinig und sympathisch.
Verspätung habe auch ich – es ist doch erstaunlich wieviel Dringendes einem einfällt, wenn man eine bestimmte Sache nicht tun möchte. Ich hatte mir versprochen diese blöde Sache mindestens zu beginnen heute, und das gelang auch – aber den Rest mache ich morgen.
Nach dem Eindruck der frisch sanierten Wohnung oben hatte ich das Bedürfnis hier so weit wie möglich auch loszulegen. Habe alle Vorhänge gewaschen und wieder aufgehängt (Teufel auch, habe ich das wirklich zuletzt vor einem ganzen Jahr gemacht? Shame on me.), Regal-, Schrank- und Küchenfronten abgeseift, Fensterbänke, Übertöpfe, Türen und Heizkörper dito, den ganzen Laden gesaugt und gewischt. Etwas genervt bin ich von den vielen mehrbeinigen Mitbewohnern – Spinnen. Können die nicht hinter sich aufräumen? Es war gar nicht unaufwändig die gesammelten verlassenen Netze aus Ecken und von Decken zu entfernen. Konsequent buddhistisch lasse ich die Tiere zufrieden – sieben fand ich – aber mit den aufgegebenen Netzen lebe ich nicht!
Nun habe ich mir jede Ausrede genommen die ungeliebte Aufgabe im Laufe des Wochenendes abzuschließen – hier ist alles Picobello. Geht trotzdem nur mit Stoa – Bock ist gleich Null.
(By the way – Eier waren heute wieder zu haben, nicht aber das gewünschte Mehl.)
