Pfeifende Schweine und anderes

Kennt man das noch als Ausdruck des Erstaunens, eventuell auch der Empörung: Ich glaube, mein Schwein pfeift!
Meins hat jedenfalls viel zu pfeifen dieser Tage. Der Miethai kann noch immer nicht rechnen und droht mir wegen eines – fragwürdigen – Außenstandes von etwas über sechzig Euro zum einen mit Inkasso, zum anderen mit Kündigung, im gleichen Atemzug. Eingang des Schreibens heute, datiert vom 9.4. – nanu, wo sind denn die sieben Tage geblieben? – Zahlungsziel 17.04. Noch unverschämter kann man nicht werden. Die haben ihre Kohle unter Vorbehalt bekommen (Es fällt mir wahrlich nicht ein ihnen einen billigen Vorwand für eine Kündigung zu liefern), doch geht die ganze Sache demnächst zum Anwalt, und dann sehen wir weiter. Puls kriege ich davon schon lange keinen mehr, Stichwort Gewöhnungseffekte.
Ein neuer Klient macht mich lachen – so old school habe ich lange nicht mehr gearbeitet: Ein Stapel html-Dateien, die ich mir ziehe, umarbeite, wieder hochschiebe, auf der Basis eines mir zugesandten Word-Dokuments. Das ist wirklich Esel und Karren, eigentlich unfassbar im Jahre 2026. Kein Wunder, daß mir die Kollegin diese Kiste unbedingt überhelfen wollte.
Zweimal pfeifende Schweine …

Am Mittag ruft mich eine befreundete Nachbarin an: Man sortiere gerade Kleidung Gr. 36/38 aus, ob ich nicht mal rüberkommen wolle? Jetzt habe ich Adidas-Turnschuhe, zwei Jeans und ein paar Blusen, demnächst werde ich mich mit meinen abzugebenden Sachen ‚rächen‘. Das Schönste an der Geschichte: Die Partnerin der Nachbarin stammt aus Leeds, ich merke das schnell, und wir schalten auf überwiegend Englisch um. Sie verabschiedet mich mit strahlenden Augen, ich möge bitte bald wieder vorbeikommen, es wäre so schön einmal wieder die eigene Sprache sprechen zu können. Wir haben sehr darüber gelacht, daß sie meinen Grundton nicht einordnen konnte – Spracherwerb meinerseits in GB, in Kanada? Das kenne ich schon. Mein Akzent kommt bei Muttersprachlern als kanadisch an. Was so passiert, wenn man sich im Spracherwerb durch englische Reitschule, amerikanische Songtexte, Auslandsaufenthalte von Reading bis Durban geturnt hat. Was mich immer wieder freut: einen deutschen Akzent hört auch sie in meinem Englisch nicht.

Der kleine Zerstörer hat das Verblendungsbrett über einer Tür der Einbauküche endgültig aus der Verankerung gerissen. Ich verbringe gefühlt Stunden rücklings im Schrank, mit Winkeln, Schrauben, Werkzeug und Taschenlampe und verdammt wenig Platz. Die Reparatur improvisiert, aber gelungen – das kriegt der nie wieder da runter.

Am Abend ist mir nicht nach Herumhängen, vielmehr stelle ich mich in die Küche: Möhreneintopf mit Graupen, völlig fleischlos, und eine Schau. Mein Glück liegt sehr oft in der Küche. Daß der Kleene auf der Kante des Spülsteins sitzt und mir einfach Gesellschaft leistet ist auch schön.

Am Abend fällt Regen und bringt zum ersten Mal in diesem Jahr den Geruch nach Frische und Grün mit – das sollte man auf Flaschen ziehen können!

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