Langsam schleiche ich mich an ein ausgeglicheneres Verhältnis zwischen Arbeiten Marke ‚Muss ja.‘ und Sachen, die ich gerne tue, heran. Für zu versendende Schriftsätze gibt es nun immerhin Entwürfe – erfahrungsgemäß ist der nächste Schritt psychologisch einfacher, wenn es die erstmal gibt.
Vor langer Zeit schon habe ich entschieden montags nur zu arbeiten, wenn ich wirklich Lust dazu habe oder etwas dringend ist. Die beste Idee, die man haben kann. Erstaunlicherweise wurden die Dienstage damit nicht zu neuen Montagen, aber der typische Montagshorror – den kennen wir alle, oder? – war damit vom Tisch. Es ist im Grunde egal mit welchen Mitteln man die eigene Psyche austrickst – Hauptsache es funktioniert.
Seltsam genug: der Montag ist ein Tag geworden, der auf unaufdringliche Weise fleißig ist. Haushaltskram, aber auch Datensicherungen, zureiten von zickigen Geräten, häusliche Dinge, die frau vor sich her geschoben hatte, Aufarbeiten von Brief- bzw. Mailschulden – so was eben. Dabei fällt mir ein, daß ich gern eine Zeitgutschrift aller Stunden auf meine Gesamtlebenszeit hätte, die ich mit Neueinrichtung oder Konfiguration von Computertechnik im weitesten Sinne verbrachte. Da kämen vermutlich Jahre zusammen. Heute war es der gründliche Versuch einen TV-Stick 2ter Generation wieder ans Laufen zu bringen. Hat nicht hingehauen. Da traf es sich gut, daß ich auf dem Weg zum Supermarkt genau einen solchen heute in einer Straßenkiste fand (Mein Karma hat einen seltsamen Humor. Gerne fände ich mal einen Koffer mit Schwarzgeld am Straßenrand.). Lustig – der Vorbesitzer hatte sich nicht die Mühe gemacht das Ding zu zurückzusetzen. Lieben Dank also an L.L. aus Berlin. Sein nunmehr bereinigter und konfigurierter Stick funktioniert tadellos, belebt die Fernsehlage im blauen Zimmer und ersetzt meinen außer Dienst gegangenen.
Ansonsten gilt weiter: Man schlägt sich so durch und ignoriert die Weltlage nach Kräften.
Schöner Kontrapunkt zu selbiger war das unverhoffte Päckchen der Münchner Freundin, ein Nachtrag zu meinem Geburtstag. So schön! Der Nachbarfreund und ich hatten zu tun, um das verflixte Vakuum des Marmeladenglases zu unterlaufen, die anderen schönen Dinge waren kooperativer.
Auch schön: Der netteste aller DHL-Zusteller nahm sich die Zeit einen Kaffee mit mir zu trinken, zwar im Stehen und in der Küche, aber immerhin.
So darf ein Montag gern aussehen.
