Meine Katze und die Zusel

Dieses kleine Katzenwesen war immer schon eigen, auch in der Wahl der Spielzeuge. Da war ein heftiges Angebot: Katzenangeln (mit dem Zweibeiner am anderen Ende), Futterkuller, Baldriankissen, Fellmäuse … whatever. So ziemlich alles war nur kurz von Interesse.

Irgendwann knotete ich aus Jux ein paar Stoffstreifen aus Baumwolle zusammen, die vom Nähen übrig waren. Bingo! Einspeicheln, apportieren, Jagdspiele – das ganze Programm, immer wieder. Wir nannten das Ding »Zusel«. Den ersten hatte sie jetzt ziemlich kaputtgespielt und machte Anstalten ihn vor lauter Liebe aufzufressen. Fand ich nicht so toll. Ergo: Baumwollstoff, Zackenschere, Knotenkunst. Sie liebt den neuen Zusel wie den alten und begeistert sich dafür. Daneben kann nur noch das Spielbrett bestehen, daß sie in- und auswendig kennt – und trotzdem nimmt sie ihr Trockenfutter lieber dort als bequem aus dem Napf. Und natürlich liebt sie das Spiel Große-böse-Miezekatze, das nur mit meinen Händen richtig klappt. Von der Jugendzeit bis heute. Nein, ich sehe nicht aus wie in den Rasenmäher gekommen. Kleine Kratzer, selten, obwohl wir heftig toben. (Ich halte gar nichts von dem Rat: ‘Bieten Sie Ihrer Katze nie die Hand zum Spielen an.’ Es macht uns beiden Spaß, vertieft die Bindung – und meine waren alle helle genug das Spiel zu begreifen und mich eben NICHT zu verletzen. Erfahrung besiegt Katzenratgeber.)

Physiologisch ist sie längst erwachsen, doch ist ihre Verspieltheit ungebrochen – und kein Spielzeug ist so spannend wie die Interaktion mit ihren Menschen. Sie ist die Einzige in einer langen Reihe, die mich morgens weckt, und kein Frühstück sondern ein Spiel oder eine Schmuserunde einfordert. Ein Sozialwesen der A-Klasse.

Versteh’ einer die Katzentiere …

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