Wieder mal Materie

Vor langer Zeit hatte ich die Pflege der Rubrik »Fundstücke« eingestellt, weil ich einfach nicht mehr nachkam; es verging kaum ein Tag ohne daß ich etwas fand, das ich in meinen Haushalt integrieren konnte und wollte. Dazu kamen noch Dinge, die Nachbarn verschenkt haben – gilt für mich auch als Fundstück. Ich finde noch immer sehr viel, bin aber sozusagen anspruchsvoller geworden. Was ich finde, muß intakt sein und zu mir passen – die 126ste Kaffeetasse muß es nicht sein. In letzter Zeit fiel mir aber soviel Passendes zu, daß ich doch davon erzählen möchte.

Von Radio und TV-Stick hatte ich schon berichtet, nun zerbombte mir der Rappelkatzer mal wieder einen Übertopf, aus meinem Bestand passte keiner. Einen Tag später fand ich einen intakten – richtige Größe, richtige Farbe – an unserem Müllhof. Eine Nachbarin verschenkte Kissenbezüge in Gelb – mehr als fein, denn meine gelben waren verblichen und nicht mehr schön. Zwei raus, zwei rein.

Mein Papierkram lag hier bis zur Bearbeitung in Stapeln. Nervig. Ich fand einen Sammler, der nun an der Wand hinter meinem Schreibtisch hängt und für Ordnung sorgt. Was ich einzig tun mußte: Das Teil abseifen.

Mein vierjähriger Rosmarin hatte diesen Winter nicht überlebt. Jemand hatte ein Rosmarinstämmchen mit Ballen einfach irgendwo auf dem Weg zum Müllhof abgesetzt. Ich entfernte den toten Teil der Pflanze, gab dem Rest ein Zuhause in einem Balkonkasten. Jetzt blüht er.

Neulich lief ein Kleidercontainer wieder über. Folge: Drei Blusen in meiner Größe, die gefielen, alle ohne Schäden. Sowas passiert sehr oft – Dinge, die ich von einem Kleiderständer jederzeit gekauft hätte, und die mir dann einfach zufallen. Spaßeshalber habe ich die Blusen von Markenherstellern recheriert – hier warten jetzt fast 100 Euro auf das Bügeleisen. 🙂

Ich mache das genau so mit Sachen, die ich nicht mehr brauchte oder mag – an bekannter Stelle abstellen. DAS ist Kreislaufwirtschaft im besten Sinne. Berlin scheint dafür ein fabelhaftes Biotop zu sein – wenn man aufmerksam ist.

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