Winterkälte II – Krisenresilienz

Der Stromausfall im Südosten Berlins scheint für Viele eine Art Weckruf gewesen zu sein. Jedenfalls macht man sich allenthalben Gedanken über notwendige Vorräte und Gerätschaften. Mich macht das Grinsen – die Zehlendorfer Krisenlage war für die Betroffenen bestimmt fies, hätte aber noch viel fieser sein können. Jetzt Supermärkte leerzukaufen wirkt auf mich etwas panisch.
Aber ich habe auch gut grinsen – familiär auf Hamster geprägt lebe ich schon lange mit dem gutmütigen Spott der Freunde über meine immer volle Speisekammer. Was man, falls stromlos, besser haben sollte, habe ich immer im Haus und zur Hand. (Wer mag, kann sich gern an meiner kleinen Liste orientieren.)

Friert es Stein und Bein wie jetzt gerade, würde ich die Vorräte aus dem Tiefkühler auf den Balkon auslagern – im Sommer wäre viel hin, andererseits hätte man keine Wärmeprobleme. 🙂 Für Licht, geladenes Handy und Information – Batterieradio – wäre hier immer gesorgt.

Mich würde allerdings das Fehlen von Heissgetränken deutlich demoralisieren, meinen kaputten Campingkocher gilt es also mal zu ersetzen. Damit bräche in einer Krisenlage fast so etwas wie Luxus aus, denn auf dem Kocher könnte ich meine italienische Cafetiere einsetzen und richtigen Kaffee machen, von kleinen chinesischen Nudelsuppen ganz zu schweigen. Auch der Inhalt meiner Kartoffelkiste wäre damit von Belang, oder die vielen selbst gekochten Gerichte, die in meinem Tiefkühler wohnen. Katzenfutter könnte nach fünf Tagen zum Problem werden, aber nicht eher.

Das für mich lustige an der ganzen Sache: Ich hatte gar keine Ahnung, daß ich doch ein Prepper bin. Für mich lief und läuft das unter ganz normaler Daseinsvorsorge. Schon seit meiner ersten eigenen Wohnung.

5 Kommentare

  1. Wir flüchten uns dann nach Berlin 😉
    Ich hab immer mal Ansätze gemacht, Batterien, Wasser, Dosenfutter etc einzulagern und scheitere an den Haltbarkeitsgrenzen…. entweder muß ich wegschmeißen oder nie gebrauchtes benutzen (wer hat im Zeitalter von Akkus noch Batterien in Geräten? Wir nicht. Auch Wasser in.Flaschen gibts hier seit vielen Jahren nicht mehr. Vorräte….. : Dosenessen essen zu MÜSSEN … 😒)
    Eine besorgte Freundin schenkte uns vor Jahren eine Kurbeltaschenlampe. Wo die ist? Keine Ahnung. Irgendwo sicher verstaut für Notfälle…. ich geh mal suchen *g*

    1. Ihr wäret mir herzlich willkommen, nur Wasser müßtet ihr mitbringen 😁
      Es gibt so Verlaufsketten: Ich habe noch einen Fernseher und auch insgesamt 5 Temperaturfühler, also habe ich immer Batterien im Haus. Die Trockenware brauche ich regelmäßig, Stichwort Porridge/Haferkekse. Reis, Couscous, Mie-Nudeln, Nüsse – gleiches Spiel. Dosenlinsen, -tomaten, -bohnen – Standardvorratshaltung, Katzenfutter & Kartoffeln dito. Es spielt mir in die Hände, daß ich nicht gerne einkaufe, deshalb nicht kleinklein, wenn ich es tun muß. Haltbarkeitsdaten auf Konserven ignoriere ich geflissentlich – es dauert ewig, bis da etwas kippt.
      Dazu kommt die Prägung: Meine Leute waren immer Hamster vor dem Herrn, das findet man oft bei Menschen, die einmal auf eine Flucht gehen mußten. Und schließlich kann ich mich erinnern sehr froh gewesen zu sein über meine klugen Eltern in dem Katastrophenwinter im Münsterland. Wann war das? ’78? – So um den Dreh.
      Du siehst, da kommt einiges zusammen. 🙃

  2. Bei uns war Muttern, gerade WEIL die Oma gehamstert hat, eine Nichthamsterin. Aber auch sie hatte mehr Vorräte als wir.
    Allerdings: Kokosmilch, Dosentomaten, Kicherebsen, Bohnen – sowas haben auch wir in ständigem Gebrauch und deshalb vorrätig, auch Nudeln etc. Aber auch Fernbedienungen etc haben AA oder AAA-Akkus, deshalb keine „frischen“ im Vorrat. Und bei Katzenfutter/ Nudeln etc haben wir manchmal sehr viel Vorrat- manchmal sehr wenig. Je nach letzter Bestellung bzw letztem Besuch im UVP-Laden….
    Naja, man wird sehen – Freunde (die mit der Kurbeltaschenlampe) predigen SElbstversorgung und Bevorratung seit ich sie kenne (über 20 Jahre). Bisher war’s nie nötig, und ich hatte 20 Jahre, in denen ICH mir keine Katastrophenszenarien ausgemalt habe, die beiden aber durchaus (manchmal wars mir schon blümerant, wenn wir mal drauf kamen und sie uns ihre diesbezügliche Weltsicht geschildert haben. Da gehts dann durchaus auch um die Wappnung gegen eventuelle Verteilungskämpfe und die Verteidigung ihrer Vorräte gegen Plünderer)
    Derzeit halte ich die Chance für gegeben, daß ihre jahrzehntelange Einschätzung, wir seien naiv, irgendwann zutrifft. Momentan denke ich trotzdem: lieber 20 gute Jahre ohne ständiges Katastrophendenken …. und wenns so weit ist, sehen wir weiter.
    Und nein, ich sehe Dich NICHT in dieser Liga, nicht daß Du Dich da mitgemeint fühlst.

    1. Keine Sorge, von dieser Beschreibung fühle ich mich nicht gemeint. Meine Haltung zu einem potentiellen Zusammenbruch der Gesellschaft als solcher ist ohnehin fatalistisch: Es gibt Lagen, die ich nicht zu erleben und auch nicht zu überleben wünsche.
      Grundsätzliche Daseinsvorsorge für ein paar Tage Autarkie sind ein ganz anderes Thema!

      (Für katzige Notfälle gibt es hier immer einen Sack Trockenfutter – das ich sonst nur als Leckerli gebe – und zwei Dosen Reserve für Merlin, der ums Zerplatzen keine Trockenfutter frisst. 🙃)

  3. „Es gibt Lagen, die ich nicht zu erleben und auch nicht zu überleben wünsche.“
    Oh ja. Ob ich allerdings den Mumm hätte, sowas NICHT zu überleben, das weiß ich auch wieder nicht.
    Okay, genug geunkt!!!! Wir sind satt, wir haben es warm, und das seit über 60 Jahren!

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