Joan Westenberg nutzt das starke Bild eine DDoS-Attacke (Distributed Denial of Service: Zusammenbruch eines Servers durch schlichte Überlastung – zu viele zeitgleiche Anfragen an die gleiche Ressource) für die Situation, in der wir uns aktuell alle befinden: Es prasselt Weltgeschehen und Weltpolitik auf uns ein, unmöglich auf dem Laufenden zu bleiben, zu erfassen, zu verstehen.
Sie schlägt eine Strategie vor:
What I do know is that the feeling of being overwhelmed, of never being able to keep up, of having strong opinions about everything and confident understanding of nothing, is not a personal failing. It’s a predictable response to an impossible situation. Your brain is being DDoS’d, and the fact that you’re struggling to think clearly under that onslaught is evidence that your brain is working normally. The servers aren’t broken. They’re overloaded. And until we figure out how to reduce the load or increase the bandwidth, the best any of us can do is recognize what’s happening and try, when possible, to step away from the flood long enough to do some actual thinking.
Deutsch (Übersetzung durch eine KI, überprüft durch mich, Hervorhebungen von mir.)
Was ich aber weiß, ist, dass das Gefühl der Überforderung, das Gefühl, nie hinterherzukommen, zu allem eine feste Meinung zu haben und nichts wirklich zu verstehen, kein persönliches Versagen ist. Es ist eine vorhersehbare Reaktion auf eine unmögliche Situation. Ihr Gehirn wird quasi mit DDoS-Angriffen überlastet, und die Tatsache, dass Sie unter diesem Ansturm Schwierigkeiten haben klar zu denken, beweist, dass Ihr Gehirn normal funktioniert. Die Server sind nicht kaputt. Sie sind überlastet. Und solange wir nicht herausfinden, wie wir die Last reduzieren oder die Bandbreite erhöhen können, bleibt uns allen nichts anderes übrig, als zu erkennen, was vor sich geht, und – wenn möglich – dem Informationsstrom so weit zu entkommen, dass wir tatsächlich nachdenken können.
Ich kann ihren durchdachten Text nur loben. Vor langer Zeit schon kam ich zu dem gleichen Schluss, hätte aber ihr starkes Bild, die kluge Analyse und ihre Formulierungsstärke nicht zu leisten vermocht. Ich lüfte meinen Hut und empfehle den Text ganz zu lesen – ein wenig Zeit muß man mitbringen, der Text ist nicht kurz. Auch ein Kunststück: Ihr Essay passt in den Rubriken meines Journals unter Politik/Rohrspatz/Verschiedenes. Unter der letzten landet der nun – denken können meine Leser alle selbst.
Ihre Quintessenz ist übrigens wie meine – und der Grund für den Nachrichtenkonsum in wohldosierter Form und für mein Neobiedermeier.(Mein dortiger Text bezieht sich auf Coronazeiten, passt aber in der Schlussfolgerung auch auf die Lage in 2026)
Bildquelle (Header): Pixabay

Danke für die Übersetzung.
Ich habe den Eindruck, sehr viele Menschen – incl Meinereiner – versuchen momentan, ihre Systeme auf die beschriebene Art zu entlasten – allerdings ohne den entstandenen Raum zum Nachdenken zu nutzen.
Ablenkung ist die Devise, weil das Gefühl der Hilflosigkeit beim Nachdenken zu groß wird.
Ich zB habe an diesem Wochenende eine großartige LaternaMagica- Vorstellung sehr genossen und geh jetzt erstmal Tapetenresteentsorgen 😜
Das schließt einander nicht aus. Wann immer wir reden, merke ich, daß du Tapetenreste entsorgen und nachdenken kannst. 😜
Ooooh ❤️
Was für ein tolles Kompliment, danke dafür!