Die USA – Einkaufen & Technik sind politisch

Seit der ersten Amtszeit des orangefarbenen Trottels boykottiere ich im Supermarkt konsequent amerikanische Produkte.
In technischer Hinsicht hat die Abwendung von amerikanischem Kram schon deutlich früher begonnen. X, Facebook, WhatsApp, Instagramm nutze ich nicht oder nicht mehr, schon sehr lange. Meine Provider haben ihre Rechenzentren alle in Deutschland, mindestens aber in Europa, und das empfehle ich auch meinen Klienten.
In die USA zu reisen war für mich und mein Umfeld ebenfalls ab 2017 erledigt. Mit den neuesten Plänen zur Novellierung der Einreisebestimmungen der USA ist nun endgültig Schicht. Wir alle werden den Teufel tun den USA in derartigem Umfang Personendaten zu übergeben. Nicht nur unsere, sondern auch die der Familie – über Jahre? DNA-Profile? Geht’s noch?!? Wer noch Zweifel daran hatte, ob man das ’neue‘ Amerika faschistisch nennen darf, dürfte diese Zweifel nun los sein.

Was in diesem Hause seinen Anfang nahm aus der der Idee „Herr im eigenen Haus“* zu sein, paßt nun erschreckend gut zum obigen Thema. Aus Datenschutzgründen (und weil ich total buyouts für eine Unverschämtheit sondergleichen halte; Adobe spielt die aber durch) arbeite ich schon seit Jahren entweder mit freier Software oder mit (entsprechend alten) stand-alone-Versionen. Portüberwachung läuft hier mindestens im Groben, nach Hause zu telefonieren wird der Software nicht erlaubt. Cloud und Clouddienste nutze ich überhaupt nicht – mein Mißtrauen ist da von jeher sehr solide. Google Maps wurde durch Here we go ersetzt, meine Suchmaschine ist Ecosia oder DuckDuckGo, meine Websites hoste ich auf Servern in Deutschland, YouTube wird nur noch gefiltert via FreeTube angesteuert. Natürlich ist das weniger bequem als heute üblich, doch mich kratzt es nicht. Aus alten Zeiten bin ich an leicht umständliche Verfahren gewöhnt, und wesentlich länger dauern sie auch nicht.
Handy und Computer synchron zu halten brauche ich wie ein Loch im Kopf – die Geräte werden auf völlig unterschiedliche Weise genutzt.
Auch: Passworte werden hier niemals durch Browser verwaltet, dafür habe ich einen Passwort-Safe.

Zwei – wenn man so will – Fehlerstellen bleiben mir. Von dem großen Händler mit A komme ich in Sachen Katzenfutter für drei Felidae einfach nicht weg. Alle anderen sind teurer. Mit dem Betriebssystem Windows werde ich am Hauptrechner leben müssen (wegen der Programme, die wirklich nur unter Windows laufen; keine Emulation oder Sandbox hat bisher meinen Ansprüchen genügt), doch mein Microsoft-Konto ist toter als Lenin, ich nutze es grundsätzlich nicht.

Kurzfassung: Die USA kriegen von mir so wenig Geld und so wenig Daten wie möglich. Und das bleibt so bis sich die Welt sich wieder auf eine regelbasierte Ordnung geeinigt hat. Meine Hoffnung dies noch zu erleben hält sich allerdings in Grenzen.

* Es ist gefühlte 400 Jahre her, da entschied ich meine Webpräsenzen auf jeden Fall bei einem guten Hoster anzulegen. Ich haßte die Baukastensysteme aus dem Stand, mit wordpress.com braucht man mir schon gar nicht zu kommen. Hoster, die mich nicht an meine eigene CSS lassen, dürfen mich im Mondschein besuchen, zum Beispiel. Die Monetarisierung hat in diesen Kartons allgemein ein häßliches Gesicht: Willst du Herr im eigenen Haus sein, dann zahle! (Und die Kosten sind erlesen, da fahre ich mit meinem Hoster wesentlich besser!)

2 Kommentare

  1. Boykott ist eine annehmbare
    Variante, Datenschutz wohl eine Utopie. Die Verkäufer der Daten sitzen nicht in den Wohnstuben.

    1. Die nicht. Aber die Datenbesitzer und ihre Naivität. Ganz wird man die Sache nicht los, aber begrenzen kann man sie.

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